niwo archiv
Nicole König und Wolfgang Thies




There are visits from the cockatoos as well. One sits peacebly in a wild plum tree. He regards me, holds out a plum kernel in his claw as if to say, "Would you like a bite?" I want to say, "This is a public garden. You are as much a visitor as I, it is not up to you to offer me food." But public, private, it is no more than a puff of air to him. "It's a free world,"
he says.
aus: J.M.Coetzee, Diary of a Bad Year, vintage books, London 2008


Insights Into A Forgotten Revolution
Veranstaltungsmitschnitt
Berlin 2016

„Adopt a revolution” ist eine unabhängige Initiative von deutschen und syrischen AktivistInnen. Ihr erklärtes Ziel ist die Zivilgesellschaft in Syrien zu stärken und damit einen Gegenpol zur militärischen Gewalt zu bilden. Am 12. Mai 2016 veranstaltete „adopt a revolution” eine Podiumsdiskussion in Berlin, in der der syrische Journalist Mazen Darwish und der französische Journalist Nicolas Menin sprachen. Hier unser Mitschnitt von „Insights Into A Forgotten Revolution”. >>

Gelebte Demokratie
Kurzfilm
Berlin 2016, HD, 21:18 Minuten

Cooles Podium, empörtes Publikum. Am 21. Januar 2016 lud der Berliner Senat zu einer Bürgerversammlung in die Abflughalle des Tempelhofer Flughafens. Zur Debatte stand die Änderung des THF- Gesetzes, das vor knapp 2 Jahren qua Volksentscheid verabschiedet wurde. Der frühere Bausenator und heutige Bürgermeister Michael Müller will es kippen, um auf dem Feld eine Massenunterkunft für Flüchtlinge zu errichten. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt, mehr als 1000 BerlinerInnen kamen. Einige Statements. >>
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Freiheit als Marke?
Politische Probleme des Erinnerns und Gedenkens am Beispiel des
Tempelhofer Felds
Fotografie, MiniDV, HD ca. 33:18 Minuten

Der Film fußt auf Materialien unseres partizipativen Projekts "Die Take- Off- Phase/ Wie zusammen leben?", das wir in Kooperation mit Berliner SchülerInnen realisierten. Im wesentlichen ging es darum, Jugendliche an einer gesellschaftlichen Kontroverse zu beteiligen, nämlich der Frage nach dem angemessenen Umgang mit historisch vielschichtigen Orten des öffentlichen Raums. Wir wollten ihnen ermöglichen, die Rolle von Rezipienten und Konsumenten zu verlassen, selbst aktiv zu werden und ihre Vorstellungen zu artikulieren; viele hatten zum ersten Mal eine Kamera in der Hand. >>
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Die Take- Off- Phase  ⁄  Wie zusammen leben?
Partizipatives Kunstprojekt,
gefördert vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung 2013 ⁄ 14

"Die "Take-Off-Phase" ist ein Ausdruck, den die InitiatorInnen der IBA 2020 für das Jahr 2013 gewählt hatten, um zu signalisieren, daß die Planungen für die Bebauung der sog. "Tempelhofer Freiheit" jetzt starten- damit einher ging ein Aufruf, sich an Diskussion und Gestaltung zu beteiligen. Wir möchten uns mit der umstrittenen Grünfläche befassen- und grundsätzlich mit der Frage nach Gemeinschaft.
"Wie zusammen leben?" unter dieser Überschrift hielt Roland Barthes 1976-77 Vorlesungen am Collège de France. Er umkreist die Spannungsfelder von Regel und Gesetz, Alleinsein und Einsamkeit, wünscht einen "utopischen Sozialismus der Distanz", welcher den eigenen Rhythmus beizubehalten erlaubt. Das höchste Gut, das heute zu verschenken wäre, so Barthes, ist Platz. >>

Die Rede ist nicht nur von Blumen
Partizipatives Kunstprojekt,
gefördert vom Projektfonds kulturelle Bildung Berlin- Mitte 2013

"(...) Überhaupt geht es mir mit Ihnen wie im Märchen mit dem "Tischlein deck Dich". Kaum hatte ich neulich den Wunsch nach einem guten Brief ausgesprochen, als er auch schon hier war; und jetzt saß ich gerade etwas gedeppt, als mir der herrliche Strauß wieder soviel Farbe und Duft in die Bude gebracht hat, und auch das Gefühl, daß Sie hier in der Nähe waren.(...) Was ist es aber, daß Sie heute so tonlos und traurig schreiben?(...)"
Zeilen eines Briefs an eine Dame mit eben jener Adresse, unter der heute das Gymnasium im Tiergarten zu finden ist. Das Datum: Oktober 1915. Die Schreiberin: Rosa Luxemburg. Empfängerin: Mathilde Jacob. >>

Tiere sehen Dich an!
Partizipatives Kunstprojekt,
gefördert vom Projektfonds kulturelle Bildung Berlin- Mitte
und ungenannten Stiftern, 2012

Was geschieht, wenn uns ein Tier ansieht? Wem begegnen wir in seinem Blick? Dem rätselhaften Fremden? Dem treuen Freund? Oder unserem (nackten) Selbst? Wo liegt die Grenze zwischen Tier und Mensch?
Die Frage ist in der Geschichte des westlichen Denkens alt. Schon der heilige Hieronymus wird beim Schreiben von seinem Löwen nicht bedroht, >>

eine demokratische ästhetik
(respektive: nichts funktioniert, wie es hergestellt worden ist.)
Videoprojekt,
gefördert vom Kulturamt Lichtenberg, 2011

Die bundesdeutsche Hauptstadt zeichnet sich durch eine Menge künstlerischer Arbeiten im öffentlichen Raum aus. In ihnen spiegeln sich die Facetten einer wechselhaften Identitätspolitik, der AnwohnerInnen tagtäglich begegnen. >>

politisierung der intelligenz,
zu s. kracauers "die angestellten"
Installation vorm Rathaus Tiergarten, 2011

2010, 70 Jahre nach Walter Benjamins Selbstmord an der spanischen Grenze auf der Flucht vor den Deutschen, wurden die Rechte auf seine Texte frei.
So konnten wir Benjamins Rezension "Politisierung der Intelligenz" von Siegfried Kracauers Buch "Die Angestellten"* vervielfältigen und für eine Installation nutzen.
Kracauer, als jüdischer Linksintellektueller ebenfalls von den Nazis verfolgt, veröffentlichte seine Studie "aus dem neuesten Deutschland" 1930. In der Perspektive des Faschismus  >>

wem gehört die stadt?
Partizipatives Kunstprojekt,
gefördert vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung, 2011

"Sonst komme ich nie hierhin. Ist eigentlich ganz nett. Nur hauptsächlich für Touristen."
Anmerkung einer Schülerin nach einer Kunstaktion auf dem Bebelplatz im Herbst 2010

In den 20 Jahren nach der "Wende" wurde Berlin rasant umgestaltet. Die Mauer ist weg, Brachen sind geschlossen, Gründerzeitviertel saniert, DDR Staatsforum sowie störende Hochhäuser entsorgt. Shoppingmalls und ein Netz von Discountern durchziehen die Stadt. Neue Parkhäuser erlauben den noch bequemeren Weg zu Oper und Hotel. Nur die Mitte steht nach dem Abriß des Palastes weiterhin leer. Dort soll eine auf Fassaden reduzierte Kulisse des 1950 gesprengten Hohenzollernschlosses erstehen. >>

gedenklücken oder the empty space
Partizipatives Kunstprojekt,
gefördert vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung, 2010/11

Gegenwart und Vergangenheit, Orte und Ereignisse hängen zusammen. Dies zu verdeutlichen, spielen Denkmäler eine zentrale, aber keineswegs neutrale Rolle.
Was wird erinnert und wie? Wem wird gedacht und warum? Was wird betont, was ausgelassen? Ist, was offiziell erinnert wird, auch uns wichtig?

Die aktuelle Ausschreibung für ein Georg- Elser- Gedenkzeichen in Berlin nahmen wir zum Anlaß solcherart Fragen mit Schülerinnen und Schülern der 8a des Menzel- Gymnasiums zu erörtern. >>

auf den spuren von egon erwin kisch
Partizipatives Kunstprojekt,
gefördert vom Projektfonds kulturelle Bildung Lichtenberg, 2010

Der in Prag geborene Journalist Egon Erwin Kisch lebte bis zu seiner Verhaftung und Ausweisung infolge der nationalsozialistischen Machtergreifung während der 20- er Jahre in Berlin. Er war bekannt für sein politisches Engagement, seinen scharfen Blick auf Details und seine Sensibilität für das vorgeblich Selbstverständliche. Seine Reiseberichte aus Europa, Amerika, Australien und Asien ergänzten eine jahrzehntelange Arbeit als Korrespondent deutscher, österreichischer und tschechischer Zeitungen.

Kinder und Jugendliche des BBC- Jugendclubs begaben sich im Sommer 2010 auf Kischs Spuren. >>

randbedenken
Recherchen zu Weissensee, 2005- 2008

"Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Daten her? Und welchen Daten schreiben wir uns zu?"
Paul Celan, Büchnerpreisrede, 1960

Im Rahmen der Ausstellung "Randbedenken" stellen wir unsere Recherchen zum Berliner Stadtteil Weissensee zur Diskussion.
Ausgangsbasis des Projekts bildet der jüdische Friedhof, der als Bestattungs-, Zufluchts-, und Erinnerungsort die Vergangenheit und Gegenwart dieses peripher gelegenen Bezirks spiegelt und bricht. >>

pforzheim möbliert
Zeitungsartikel Pforzheimer Zeitung, 2008

Schlägt man im Grimmschen Wörterbuch der deutschen Sprache „Möbel“ nach, so werden verschiedene, sämtlich vom französischen „meuble“ abgeleitete Bedeutungen aufgeführt:
Zunächst taucht der Begriff im 15. und 16. Jahrhundert in Rechtsquellen des Mosellandes auf und wird im Sinne von fahrender Habe verwendet; sicher als Gegenstück zum unbeweglichen Besitz, dem Immeuble, sprich des Hauses: „ain Erbschaft, Möbel oder andere Sachen.“
Später und davon unabhängig finden wir das Wort weiterverbreitet für „hausrat, der ein zimmer wohnlich macht“; bei Lessing aber gleichzeitig in der Bedeutung einer „undurchdringlichen Rüstung“, was einige interessante Assoziationsketten nahelegt. So könnte man sich beispielsweise Rüstungsmittel als notwendiges Staatsmobiliar denken und mit dem jungen Hegel schließen: “...und das soll er nicht, also soll er aufhören.“ (1) >>

idées recues
Ein Wörterbuch der Allgemeinplätze, 2007

Ende des 19. Jahrhunderts plante der Romancier Gustave Flaubert einen Dictionnaire des Idées recues, ein Wörterbuch der Allgemeinplätze.

land des clubs
Ein Medienkonzern unternimmt mit seinen Mitgliedern eine Clubreise,2006

Land der Clubs und Vereine ist Deutschland. Land der Ideen und Prädikate ebenfalls. Seit der Fußball- WM 2006 lassen sich viele Institutionen mit drei Punkten in den Landesfarben schmücken. Ein Mitinitiator und Großsponsor der Kampagne unternimmt mit seinen Mitgliedern Clubreisen.

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